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Berliner Konzert Chor - 1. Abokonzert - Gedenkkonzert zur Reichspogromnacht

Berliner Konzert Chor - 1. Abokonzert - Gedenkkonzert zur Reichspogromnacht

VA: Berliner Konzert Chor e.V. Starnberger Straße 3, 10781 Berlin

Konzert anlässlich der 80. Wiederkehr des Tages der Reichspogromnacht vom 9. November 1938

1. Abonnementkonzert 2018/19
Einführung von 19:00 bis 19:40 im Beethoven-Saal

Programm:
Felix Mendelssohn Bartholdy:
Psalm 42 Wie der Hirsch schreit, op. 42
Psalm 95 Kommt lasst uns anbeten, op. 46
Leonard Bernstein: 3. Sinfonie Kaddish

Leitung:
Jan Olberg

Mitwirkende:
Berliner Konzert Chor

Vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei die Synagogen, wurden jüdische Wohnungen, Läden, Büros, Einrichtungen und Gotteshäuser zerstört oder verwüstet, Tausende Juden misshandelt, verhaftet, getötet und in Konzentrationslager verbracht. Es war der Beginn der systematischen Vernichtung der Juden. Es folgten diskriminierende Erlasse, die Arisierung jüdischen Eigentums, die Auflösung der meisten jüdischen Einrichtungen, das Verbot von jüdischer Presse. Viele Juden wurden, so sie zu zahlen in der Lage waren, zur Auswanderung getrieben.

Der Berliner Konzert Chor nimmt die 80. Wiederkehr dieses Tages als Anlass zum Gedenken. Wir wollen mit unseren Möglichkeiten auf dieses grässliche Geschehen verweisen und mahnen, dass derart Verbrechen niemals vergessen werden und nie wieder geschehen dürfen. Dafür gilt es, die Bestrebungen der Menschen zu einen. Mit unserem Konzert wollen wir uns daher für jüdische Komponisten und für Werke von ihnen einsetzen, die einen direkten Bezug zum Judentum aufweisen.

Leonard Bernstein (der übrigens 2018 seinen hundertsten Geburtstag hat) ist jüdischer Abstammung. In seiner 3. Sinfonie verwendet er das im Judentum wichtige Gebet „Kaddish“, das als Tagesgebet und im Gottesdienst ganz allgemein der Lobpreisung Gottes und auch als Totenklage dient.

Felix Mendelssohn Bartholdy stammt aus einer jüdischen Bankiersfamilie. Als Kind schon konvertierte er mit seinen Geschwistern, danach auch die Eltern, zum christlichen Glauben. Dieser Schritt erschien der Familie wichtig, weil sie endlich einen geachteten Platz in der Gesellschaft einnehmen wollte, oder wie Heinrich Heine es für solche Übertritte formulierte, es war die „Eintrittskarte in die europäische Kultur“. Für seinen neuen Glauben ist Mendelssohn überzeugt eingetreten. Als Komponist bemühte er sich intensiv um die Bereicherung der Kirchenmusik. Dafür schuf er eine Fülle von gewichtigen Werken, darunter (von den Oratorien und Chorsinfonien einmal abgesehen) einige Psalmvertonungen. Sie verdienen ganz besondere Aufmerksamkeit. Er vertonte die Psalmen in der deutschen Übertragung von Martin Luther. Hier gibt es sinnfällige Bezüge zum Judentum, denn in beiden Religionen erhalten Psalmen bis heute eine herausgehobene Funktion.

Zu konvertieren hat dem Komponisten auf Dauer nicht genutzt. Die Nationalsozialisten behandelten ihn als Juden, verboten ihn und verbannten seine Werke aus dem Musikleben. Sie entfernten Mendelssohn und seine Musik nachhaltig, so dass er geradezu in Vergessenheit geriet. Bis heute blieb so insbesondere auch seine Kirchenmusik beinahe vergessen. Unser Konzert will für die beiden Psalmkantaten werben und damit helfen, einen Teil der historischen Schuld gegenüber diesem großartigen Komponisten zu tilgen.

Adresse Datum / Zeit
Konzerthaus Berlin - Großer Saal, Am Gendarmenmarkt, 10117 Berlin 09.11.2018 20:00 Uhr

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